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| Prinzipielles über offene Immobilienfonds |
7: Prinzipielles über offene Immobilienfonds
Bei offenen Immobilienfonds legt der Fondsmanager das Fondsvermögen überwiegend in Gewerbe- und
Wohnimmobilien an. Der Rest des Fondsvermögens (bis zu einem Drittel) darf in Anleihen investiert werden.
Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei dieser Fondsart um einen offenen Fonds (siehe hierzu auch Abschnitt "4.3.2: Offene und geschlossene Fonds").
Das bedeutet, daß der Anleger - ähnlich wie bei einem Aktienfonds - an einem großen Spartopf
beteiligt ist. Er wird deswegen steuerlich noch nicht zum Vermieter, wie dies bei geschlossenen Immobilienfonds der
Fall ist. Die Ausschüttungen von offenen Immobilienfonds werden wie die von Aktien- und Rentenfonds behandelt. Sie
sind zum Teil steuerfrei.
Das Angebot an offenen Immobilienfonds ist - im Gegensatz zu den Aktien- und Rentenfonds - recht
übersichtlich. Derzeit werden nur ein gutes Dutzend offener Immobilienfonds angeboten. Eine Einteilung dieser
Fondsart in weitere Unterkategorien macht wenig Sinn, da sich die Anlagepolitik dieser Fonds in letzter Zeit immer mehr
angeglichen hat. So sind z.B. einige Fonds, die bisher nur in Deutschland investierten, inzwischen dazu
übergegangen, auch Objekte im westeuropäischen Ausland zu erwerben. Der Grund hierfür war einfach der,
daß in Deutschland nur noch mit sehr viel Mühe lukrative Immobilien zu finden waren, um die massiv
zuströmenden Kundengelder sinnvoll anzulegen.
- Die Wertsteigerungsraten von offenen Immobilienfonds besitzen eine hohe Stabilität, weil für die im
Fonds enthaltenen Immobilien meist langfristige Mietverträge bestehen. Offene Immobilienfonds sind für
Investoren mit mittel- bis langfristigem Anlagehorizont (ab 5 Jahren) geeignet. Die Vorteile gegenüber den
geschlossenen Immobilienfonds sind im einzelnen:
- Minimales Risiko.
- Niedriger Kapitaleinsatz.
- Fondsanteile sind jederzeit wiederverkäuflich.
- Dem stehen folgende Nachteile gegenüber:
- Man hat zwar dadurch Steuervorteile, daß die Ausschüttungen teilweise steuerfrei sind, kommt aber nicht
in den Genuß hoher Verlustzuweisungen.
- Hohe Gebühren (s.u.).
Der Fachjournalist Stefan Loipfinger hat in der n-tv Telebörse einmal eine Studie vorgestellt, die die
angesprochenen Gebühren näher untersucht hat, und ist zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen:
Durchschnittlich werden nämlich 10 - 11 % der laufenden Einnahmen für alle möglichen
Gebühren ausgegeben! Geschlossene Immobilienfonds kommen dagegen mit einer Größenordnung von 6 -
7 % aus.
Ein prinzipielles Handicap offener Immobilienfonds ist die Tatsache, daß in den Rechenschaftsberichten zwar
schon veröffentlicht wird, welche Gebäude sich z.Zt. im Fonds befinden (z.B. "Bürogebäude in
Hamburg, Musterstraße 8"). Es wird aber weder veröffentlicht zu welchem Preis die Immobilie
gekauft wurde noch welche Mieteinnahmen damit erzielt werden. Darüberhinaus wird auch verschwiegen, von wem die
Immobilie gekauft wurde. Beim letzten Punkt besteht die Gefahr, daß Banken dazu verleitet werden könnten,
Immobilien, die ihnen wegen notleidender Kredite zugefallen sind, über offene Immobilienfonds zu entsorgen, d.h.
daß man unattraktive Immobilien einfach in Immobilienfonds abschiebt.
Bei offenen Immobilienfonds würde ich mich zur Zeit eher zurückhalten, denn es spricht einiges dafür,
daß die Renditen in den nächsten Jahren alles andere als attraktiv ausfallen werden. Zum einen sind die
Wertsteigerungen in den letzten Jahren ohnehin deutlich zurückgegangen. Außerdem werden die in den
Fondsportfolios enthaltenen Immobilien ständig höher bewertet, obwohl jedermann weiß, daß der
Immobilien- und besonders der Gewerbeimmobilienmarkt in den letzten Jahren deutlich rückläufig war. Von
daher liegt der Schluß nahe, daß die Immobilien überbewertet wurden. Außerdem beginnt
jetzt langsam die Phase, in der viele Mietverträge auslaufen, die Anfang der 90er Jahre zu recht hohen Mieten
abgeschlossen wurden. Eine Wiedervermietung dieser Objekte zu den gleichen Konditionen erscheint so gut wie
ausgeschlossen. Angesichts des derzeitigen überangebots an Immobilien ist sogar fraglich, ob man manche Objekte
überhaupt wieder vermieten kann.
Fazit: Obwohl die Immobilienpreise recht niedrig sind und viele mit einer Erholung des Immobilienmarktes
rechnen, sind viele Experten für die nächsten paar Jahre skeptisch in bezug auf offene Immobilienfonds, weil
die Bewertungsschere (sprich: überbewertung), die sich aufgetan hat, erst einmal wieder geschlossen werden
muß. Frühestens ab dem Jahr 2000 oder 2001 können nach Meinung der Experten Immobilienfonds für
den Anleger wieder interessant werden.
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| Geschlossene Immobilienfonds |
Neben den offenen Immobilienfonds gibt es auch geschlossene Immobilienfonds.
ACHTUNG: Diese beiden Arten darf man auf gar keinen Fall miteinander verwechseln! Die
"Spielregeln" der geschlossenen Immobilienfonds haben einige Tücken. Sie sind keinesfalls für Einsteiger,
sondern höchstens für Steuerspar-Akrobaten geeignet. Informationen über den Unterschied zwischen
offenen und geschlossenen Fonds enthält der Abschnitt "4.3.2: Offene und geschlossene Fonds". Wer mehr über die Fallstricke
von geschlossenen Immobilienfonds erfahren will, dem sei W. Kynast's Seite über das Abzockerparadies Deutschland
empfohlen.
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